Gipfeltreffen in Zwickau mit vielen unbekannten Variablen Vorbereitung beeinträchtigt – Premiere von Wataru Horie
(aj) Fanden die Gipfeltreffen mit dem Erzrivalen RSC-Rollis Zwickau in der Vergangenheit trotz aller Brisanz und Spannung meist unter klaren und berechenbaren Vorzeichen statt, ist dies beim ersten Showdown in der Saison 2011/2012 gänzlich anders. Zum einen gastieren die Mittelhessen bei einem neuformierten Gastgeber aus Sachsen, zum anderen hat der RSV neben einer stark beeinträchtigten Vorbereitung auf diese Partie noch die Heimpleite gegen den USC München mental im Kopf. Das Motto der Wetzlarer Rollis muss also am Sonntag um 13:30 Uhr auf dem Zwickauer Scheffelberg „jetzt erst recht!“ lauten.
Und diese Trotzreaktion ist sogar zwingend notwendig, will man nicht binnen acht Tagen alle Chancen auf Platz eins nach der RBBL-Hauptrunde und damit den vielleicht entscheidenden Playoff-Vorteil aus der Hand geben. Die Sachsen wittern nach der Erstürmung der Tabellenspitze dagegen die einmalige Chance sich im Kampf um Platz eins einen entscheidenden Vorteil zu verschaffen. Würde der Meister der Jahre 2002 und 2009 sein Heimspiel gegen den RSV gewinnen, wären Joey Johnson & Co., bei dann vier Punkten Rückstand, nicht mehr in der Lage aus eigener Kraft den wichtigen Platz an der Sonne zu erobern. Aber soweit ist es natürlich noch längst nicht, denn am Dienstag landete Kapitän Johnson wieder in Frankfurt und heute folgt ihm US-Boy Serio, der sich zusammen mit seinem Zwickauer Nationalmannschaftskollegen Joe Chambers über den Atlantik in seine sportliche Wahlheimat zurückkehrte.
Chambers ist nach dem Abgang von Kapitän Piotr Luszynski nach Istanbul die neue Schlüsselfigur an der Mulde und war bei den Parapan American Games der Vorwoche gefährlichste Offensivkraft der US-Amerikaner. Doch dieser personelle Wechsel war im Sommer in Zwickau nicht der einzige. Neben dem Polen Luszynski verließen sein Landsmann Krzysztof Bandura, die Lettin Diana Dadzite und Kai Möller den RSC. Dafür holte der zweifache Deutsche Meister neben dem Centerhünen Chambers auch den Tschechen Adam Erben sowie Trainer Alexander Kharchenkov, der einst in seiner aktiven Zeit als „Fußgänger“ mit Russland Weltmeister wurde, nach Sachsen.
Doch in Zwickau beherrschen aktuell Themen abseits des Sports die Schlagzeilen. So werden die Sachsen am Sonntag neben einer Schweigeminute weitere Zeichen gegen den Neonaziterror in ihrer Heimatstadt setzen. Aus diesem Grund wird auch der RSV erstmals in seinen weißen Heimtrikots auf dem Scheffelberg antreten, um dem Gastgeber die Möglichkeit zu geben mit schwarzen Trikotagen die Trauer um die Opfer ausdrücken zu können. Selbstverständlich schließt sich auch der RSV Lahn-Dill diesem wichtigen politischen und gesellschaftlichen Zeichen an.
Erstmals im Trikot der Lahn-Diller wird am Sonntag der Japaner Wataru Horie auflaufen. Erst am Dienstag aus Tokio kommend gelandet, bestritt der 32-jährige Center am Mittwoch sein erster Mannschaftstraining für seine neuen Teamkollegen. War er im Champions League Finale im Mai noch Zuschauer auf der Tribüne der Sporthalle der Westsächsischen Universität, ist er nun erstmals ein Teil des uneingeschränkten Gipfelduells in der deutschen Bundesliga. Zu diesem Topspiel kann der RSV Lahn-Dill allerdings nicht wie üblich in aller Ruhe am Samstag anreisen, sondern muss am sehr frühen Sonntagmorgen den Bus Richtung Osten besteigen. Grund hierfür ist die Sportlerwahl des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) im Sport- und Olympiamuseum von Köln, die alles andere als glücklich für die deutschen Rollstuhlbasketballer und insbesondere den RSV Lahn-Dill terminiert ist.
RBBL, 8. Spieltag: RSB Team Thüringen – Mainhatten Skywheelers, Hannover United – Jena Caputs, IMMOVESTA Dolphins Trier – RSV Basket Salzburg, USC München – Köln 99ers (alle Sa.), RSC-Rollis Zwickau – RSV Lahn-Dill (So.).
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